Wildholzmöbel
Der Baum ist seit Urzeiten ein wichtiges Symbol vieler Völker. Er gilt als Kraft und Leben spendend und wirkt vermittelnd zwischen den Welten.
So verbindet der Weltenbaum in schamanischen Traditionen das Diesseits mit den jenseitigen Welten.
Buddha wurde unter dem Boddhibaum erleuchtet und laut Bibel ließ Gott im Garten Eden den Baum der Erkenntnis und den Baum des Lebens pflanzen.
Auch wenn heute ein Großteil des alten Wissens über die Bedeutung der Bäume verloren gegangen scheint, haben sie für jene Menschen, die mit offenen Augen durch die Natur gehen, nichts an Schönheit und Faszination eingebüßt.
Holz umgibt uns überall, und ist trotz der Revolution der Kunststoffe, ein hochgeschätzter Werkstoff, der uns in Form von Gebrauchs- und Alltagsgegenständen zu nutze ist.
Wir leben in einer Welt, in der das rationale, analytische Denken stark unser Sein beeinflusst. Wir bewohnen designte Wohnungen, in genauest geplanten Häusern, die wiederum, in rasterförmig angeordneten Betonschluchten stehen. Der rechte Winkel ist das vorherrschende Maß der industrialisierten Welt.
Kein Wunder also, das diese Form auch dem Holz aufgezwungen wurde. Der Großteil unserer Möbel ist kantig und wirkt äußerst steril. Von der ursprünglichen Lebendigkeit des Baumes, die sich in ihrem verästelten und verschnörkeltem Wuchs zeigt, ist nichts mehr vorhanden.
Und dabei ist es gerade diese organische, nicht geradlinige Forme, welche Leben erst ermöglicht.
Leben zeichnet sich durch zyklische Zustände aus, die als Atmung verstanden werden können.
Eine Bewegung, die Zusammenziehen und Ausdehnung verbindet und beim Übergang von der einen in die andere Form in Ruhe verweilt.
Alles was ist, unterliegt diesem schöpferischen Puls.
Diese Bewegung ist immer wellenförmig, niemals aber geradlinig oder gleichförmig.
Leben entsteht daher aus Polarität, aus Ungleichgewicht, aus einem Spiel von Anziehung und Abstoßung.
Die Schönheit und Kraft, die sich in Ästen, als manifestierte Bewegung offenbart, versuche ich in meine Möbel zu integrieren und nutzbar zu machen.
Sie sollen auch eine Erinnerung an unseren Ursprung sein. An die Quelle aus der wir unsere eigentlichen seelischen Kräfte beziehen.
